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#1

Nynorsk und Bokmål

in Links rund um die Sprache norwegisch 07.05.2014 08:25
von Skadi • Moderator aus | 73 Beiträge

Die zwei offiziellen Sprachvarianten, das Nynorsk und Bokmål, sorgen für etwas Verwirrung. Doch wie kam es dazu?
Die norwegische Sprache (Eigenbezeichnung: norsk, sprich: [norschk] oder [norsk]) gehört zum nordgermanischen Zweig der indoeuropäischen Sprachen. Sie wird von ca. 5 Millionen Norwegerinnen und Norwegern als Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Norwegen lebt, wo es Amtssprache ist.

Norwegisch wurde in zwei offiziellen Formen standardisiert: Bokmål (Standard-Norwegisch) und Nynorsk (Neu-Norwegisch). Ersteres, oft einfach Norsk, Norwegisch, genannt, wird von rund 90 % der Bevölkerung geschrieben und ist linguistisch gesehen keine Einzelsprache, sondern ein partiell norwegisiertes Dänisch und somit eine Tochtersprache desselben.
Nynorsk hingegen tendiert zu den westskandinavischen Sprachen Färöisch und Isländisch. Beide Varianten haben im weitern jeweils Elemente, die sie mit dem Schwedischen teilen. Norweger, Dänen und Schweden verstehen sich gegenseitig relativ gut, wobei Norweger beide Völker sprachlich besser verstehen als diese sich untereinander. Auch haben Norweger die besseren Voraussetzungen, sich mit Färingern und Isländern zu unterhalten.

Geschichte
In Norwegen gab es immer eine Vielzahl verschiedener Dialekte. Wegen der Topographie mit vielen Gebirgen und Tälern konnten sich die Dialekte sehr unterschiedlich voneinander entwickeln, obwohl die Abstände zwischen zwei Orten relativ klein waren. Aus diesem Grund, aber auch wegen der dänischen Vorherrschaft mit Dänisch als Amtssprache über Jahrhunderte hinweg, konnte sich nie eine einheitliche Aussprache etablieren, die vergleichbar dem Standarddeutsch wäre. Das macht heutzutage in Norwegen die Verständigung nicht unbedingt einfacher, gibt dem Norwegisch Lernenden aber auch eine gewisse Freiheit im Erlernen der korrekten Aussprache, da das norwegische Ohr gewisse Schwankungsbreiten gewöhnt ist. Was die norwegische Schriftsprache betrifft, so muss von zwei norwegischen Sprachen gesprochen werden.

Der Ursprung der norwegischen Sprache liegt im Altnordischen, das dem Isländischen sehr ähnlich ist. Von 1380 bis 1814 war Norwegen mit Dänemark vereinigt und wurde von Kopenhagen aus regiert. Durch diese Periode, die als Personalunion begann, wurde Norwegen immer schwächer und 1450 das Norwegische offiziell durch Dänisch ersetzt.

Die auf dem Lande gesprochenen Dialekte wurden aber weiterhin gesprochen. Nach der Trennung von Dänemark entstand eine national-romantische Welle, und darin eine Bewegung für eine Rekonstruktion der alten norwegischen Sprache. Das Dänische hatte sich aber inzwischen als Amtssprache so weit gefestigt, dass sich die norwegische Sprache in zwei Varietäten trennte: Riksmål (Reichs-Sprache, oder Standardnorwegisch) und Landsmål (Landes-Sprache).

Die Erste war bis Anfang des 20. Jahrhunderts (fast) reines Dänisch, später wurden aber einige Anpassungen durchgeführt (dano-norwegisch). Landsmål ist eine Sprache, welche von dem Dichter und Sprachwissenschaftler Ivar Aasen in den 1850er Jahren vornehmlich aus westlichen norwegischen Dialekten entwickelt wurde. Was sie jedoch von einer Plansprache unterschied, war die Tatsache, dass sie auf eng verwandte, gemeinsame sprachliche Wurzeln zurückgriff, denen nur aus äußeren Gründen die natürliche Entwicklung zu einer gemeinsamen Sprache verwehrt blieb.

Seit 1929 heißt Riksmål offiziell Bokmål und "Landsmål wird als Nynorsk bezeichnet.

Aufgrund des erstarkten Nationalbewusstseins konnte Nynorsk bis 1944 immer mehr Anhänger gewinnen und hatte seinerzeit knapp ein Drittel der Norweger auf seiner Seite. Inzwischen ist deren Anteil bevölkerungsmäßig auf etwa 10-12 % geschrumpft. Gründe hierfuer: vor allem in der Region Oslo, wird Nynorsk als befremdliche Sprache empfunden. Das städtische Bürgertum hat das auf ländlichen Mundarten basierende Nynorsk ohnehin stets abgelehnt. Folglich fehlt dem Nynorsk bis heute eine wirkliche Verankerung in den wirtschaftlichen und politischen Zentren. Zum anderen wird von manchen Landbewohnern besonders Ostnorwegens Nynorsk eher als Kunstprodukt angesehen, da es eben nur so etwas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner der Dialekte ist. Und schließlich ist die Grammatik des Nynorsk schwieriger als die des Bokmål. Bekanntlich wird oft der Weg des Einfacheren beschritten.

Wer weiteres Wissen møchte kann sich auf nachfolgend verlinkter Seite Informationen holen.

Quelle: Die Norwegische Sprache


Ingen stor ånd kan man elske så helt og rent som naturen

Edvard Grieg

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#2

RE: Nynorsk und Bokmål

in Links rund um die Sprache norwegisch 07.05.2014 11:26
von angiefratyskland (Admin) • Admin aus | 117 Beiträge

Oh wow! Danke Skadi! Da bist du mir wohl zuvor gekommen. Ich übernehme das dann mal in die FB Gruppe Etwas kann ich noch beitragen. Hab ein kurzes Video auf Youtube gefunden, dass ich euch nicht vorenthalten möchte:
Link:
Beispiele Nynorsk og Bokmål


Jeg er glad i Tyskland, men mitt hjerte slår på norsk
\"...Min fremtid er en tanke, min fortid - kun et ord. Men jeg er øyeblikket, hvor livets krefter bor...\"
Morten Harket

zuletzt bearbeitet 07.05.2014 11:28 | nach oben springen

#3

RE: Nynorsk und Bokmål

in Links rund um die Sprache norwegisch 07.05.2014 11:34
von Skadi • Moderator aus | 73 Beiträge

Ja ich dachte mir das man mal die beiden Sprachen hier einbringen sollte. Das Video ist ja ok aber fuer mich nicht wirklich was da es englisch ist . Bin froh wenn ich norsk lerne


Ingen stor ånd kan man elske så helt og rent som naturen

Edvard Grieg

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#4

RE: Nynorsk und Bokmål

in Links rund um die Sprache norwegisch 08.05.2014 05:39
von TyskTom • User aus | 8 Beiträge

Ich habe von meiner Lehrerin gehört, die ja Norwegerin ist und somit gute Kontakt dorthin hat, dass es derzeit wieder Bestrebungen gibt, einen Teil der nicht gesprochenen Buchstaben wegfallen zu lassen. Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel das H in hjemmen, was es den Norwegisch-Lernenden natürlich vereinfachen würde, wodurch in meinen Augen aber auch ein Teil der Identität der Sprache verloren geht. Trotzdem zeigt es mal wieder die besondere Art der Norweger, da es wohl wenige Länder geben wird, in denen solche eine Diskussion überhaupt möglich ist.


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